Bei der Kontrolle der Stockwindel ist mir heute etwas ins Auge gesprungen, von dem ich gehört hatte, das ich aber bis heute noch nie gesehen habe: eine kleine Ameise, mitten im Gemüll, mit einem kleinen, rotbraunen Etwas zwischen den Mandibeln — verdächtig nach Format und Farbe einer Varroamilbe.
Die Stockwindel liegt bei mir unter dem Gitterboden und dient eigentlich einem ganz speziellem Zweck: Nach der Varroa-Behandlung im Spätsommer schiebe ich sie ein, warte ein paar Tage und zähle dann den natürlichen Milbenfall. Aus der Zahl lässt sich grob abschätzen, wie stark ein Volk mit Varroen befallen ist und ob die Behandlung gewirkt hat — oder eine weitere Behandlung nötig ist. Man bekommt dabei mehr zu sehen als nur Milben — Wachskrümel, Pollenreste, Bienen-Körperteile, Wachsmottenkot und noch viel mehr. Eine Wissenschaft für sich. Sehr empfehlenswert hierzu ist ein Vortrag von Wolfhard S. Hüsken, den ich mir immer wieder ansehe, wenn ich etwas neues auf meinen Stockwindeln finde.
Und offensichtlich kommt auch Besuch von außen. Die Ameise war über eine der Fugen rund um die Stockwindel hereingekommen und hat sich, wie es aussieht, bedient. Dass Ameisen das tun, ist zwar in der Literatur durchaus beschrieben — gesehen hat es von meinen Kollegen im Imkerverein allerdings noch niemand. Nun ja, ein Beweisfoto habe ich jetzt. Nicht schnell genug war ich allerdings mit dem Video-Modus — da war noch eine zweite Ameise, und die hatte eine Varroa-Milbe abgeschleppt, die noch lebte und mit den Beinchen hilflos in der Luft ruderte …

Im Imkerkurs habe ich gelernt, man soll auf die Stockwindel ein Stück Küchenrolle legen, und dieses mit Olivenöl tränken — das würde verhindern, dass Ameisen die Varroen wegschleppen, und man hat dann eine korrekte Zahl beim Auszählen der Milben. Allerdings klappt das bei mir auch nicht so recht — den Ameisen ist das Olivenöl herzlich egal, bei mir gehen sie einfach darüber hinweg. Vielleicht, weil auch das Olivenöl bei mir bio-zertifiziert ist. Bleibt nur noch die Puderzuckermethode — meine Erfahrungen dazu beschreibe ich einem meiner nächsten Blogposts.